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Verein die Alpen im Spiegel ihrer Geschichten · c/o Rietstrasse 3 · Trotte im Mies · 8712 Stäfa

T +41 78 753 50 30 · info@alpensagen.ch

  • video, restaurant scalottas

Das Projekt alpensagen.ch will die Mythologische Landeskunde sowie weitere regionale, lokale mündliche und schriftliche Quellen als substantielles Erbe des alpinen Kulturgutes einer breiten Bevölkerung zugänglich machen. So mühevoll und einsam Büchlis Arbeit zu Lebzeiten auch gewesen sein möge: Seine Hinterlassenschaft stellt eine einzigartige Leistung in der Erhaltung des alpinen Kulturgutes dar. In Gesprächen mit rund 1000 Bewohnern des Kantons Graubünden hat Arnold Büchli an die 7000 Erzählungen gesammelt und in schriftlicher Form im jeweiligen Idiom festgehalten. Wohl ist die Mythologische Landeskunde in schriftlicher Form einer kleinen Leserschaft bekannt, dennoch aber findet das Meisterwerk in der aktuellen kulturellen Landschaft des Kantons kaum ausreichend Beachtung in der breiteren Bevölkerung. Eines der Projektziele ist es, der Bevölkerung, der Jugend, aber auch den Gästen des Kantons Graubünden die Inhalte der Mythologischen Landeskunde in interdisziplinärer Form nahezubringen und zu vermitteln.

 

Bildnerische Aufarbeitung eines wichtigen alpinen Kulturgutes in Bild (Patrick Devonas) und Wort (Andrin Schütz) Das Projekt «Die Alpen im Spiegel ihrer Geschichten» hat sich zur Aufgabe gemacht, rund 200 ausgewählte Erzählungen, Sagen und Mythen bildnerisch zu fassen und so einer grösseren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Zu diesem Zwecke werden rund 200 archetypische Sagen aus verschiedenen Regionen ausgewählt und in Tondi von rund 16 cm Durchmesser in der Form narrativ angelegter Miniaturmalereien visualisiert. Hierzu eignet sich die der Tradition verpflichtete, äusserst narrative Bildsprache des in Surava lebenden Malers Patrick Devonas ausserordentlich gut. Der klare figurative Ausdruck in der Malerei sowie sein geschultes historisches Bewusstsein bieten die besten Voraussetzungen, den inhaltlichen und sprachlichen Gegebenheiten der Mythologischen Landeskunde gerecht zu werden. Im Rahmen der bildnerischen Aufarbeitung durch Patrick Devonas erfolgt zugleich die textliche Aufarbeitung der Erzählungen durch den Bündner Journalisten und Autor Andrin Schütz. In der Summe soll in diesem ersten Schritt der kulturgeschichtlich enorm relevante Gehalt dieses literarischen Erbes einem grösseren Publikum auf faszinierende und zeitgemässe Weise nähergebracht werden.

Eine weitere Besonderheit des Projektes ist die Wahl des Mediums der Miniaturmalerei sowie die Wahl des Tondos. Ebenso wie die Inhalte der Mythologischen Landeskunde ist die Miniaturmalerei selbst nahezu in Vergessenheit geraten und wird kaum mehr gepflegt. Die technische Meisterschaft Devonas allerdings ermöglicht es, komplexe erzählerische Zusammenhänge auf kleinstem Raum zu fassen. Der Betrachter soll durch die Wahl des Formates angeregt werden, sich bewusst und unter Konzentration in die Welt der alpinen Sagen zu vertiefen. Der Tondo, die Rundform, eröffnet wiederum den Raum, mit der linearen Leserichtung der Schrift zu brechen und durch die nicht a priori gegebene Leserichtung auf kleinstem Raum komplexe Erzählstränge mehrdimensional sicht- und erfahrbar zu machen. Dies ermöglicht dem Betrachter das direkte und unmittelbare «Eintauchen» in die Narration und den historischen Kontext. Zugleich ist der Tondo eine aus der Kunstgeschichte bekannte Form. Bereits in der Renaissance häufig vorkommend, spielt der Tondo in der niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts sowie in der Romantik des 19. Jahrhunderts eine tragende Rolle gerade dann, wenn es um die Darstellung archaischer Landschaften oder ländlicher Szenerien mit narrativem Gehalt geht. Auch in diesem Sinne anerbietet sich der Tondo somit als geeignete, bereits in der Tradition verankerte Form, die Erzählungen der Mythologischen Landeskunde bildnerisch zu fassen.

PROJEKT